Archiv für den Monat Juni 2013

Ist ein Freihandelsabkommen mit China sinnvoll?

Der Bund möchte ja mit China ein Freihandelsabkommen abschliessen. Grundsätzlich finde ich einen freien Handel zwar positiv, hier habe ich aber doch einige Bedenken. Nicht weil China eine brutale Parteidiktatur ist, die die Menschenrechte mit Füssen tritt. Dieses Argument der Linken halte ich für eher schwach, da ein vermehrter Handel mit dem Westen zu verstärkter Interaktion führt, und somit westliche Ideen von Demokratie und Menschenrechten auch verstärkt nach China gelangen können. Längerfristig könnte das mehr Veränderung in China bewirken als direkter politischer Druck – einem solchen hat sich China bisher noch nie gebeugt, im Gegenteil, er würde von der chinesischen Führung nach üblicher „Wir-gegen-den-Rest-der-Welt“ Argumentation zur innenpolitischen Stärkung missbraucht.

Vielmehr denke ich, dass die Schweiz nur kurzfristig von einem solchen Abkommen profitieren würde. Ja, kurzfristig könnte die schweizerische Wirtschaft sicher einfacher und mehr exportieren. Aber wie lange? Es wäre nicht das erste Mal, dass Technologiefirmen ein Geschäft in China aufbauen, nur um ein paar Jahre später festzustellen, dass die Technologie von chinesischen Firmen übernommen und dann zu viel günstigeren Konditionen im Ursprungsland angeboten wird. Man sieht genau dies zur Zeit in der Solarindustrie.

Ausserdem kann ich gerne darauf verzichten, dass wir mit Billiglebensmittel und Produkten schlechter Qualität überschwemmt werden. In den vergangenen Jahren hat es dazu immer wieder Skandale gegeben – Gifte in Lebensmitteln, Puppen etc. Auch aus Klimaschutzgründen ist der Knoblauch aus Frankreich und der Schweiz dem chinesischen vorzuziehen.

Also, warum sollen wir unsere Wirtschaft durch ein solches Abkommen gefährden? Unser Markt liegt hauptsächlich in Europa, also schauen wir zu, dass wir mit Europa vernüftige Handelsbeziehungen pflegen.

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Weniger Sprachunterricht in der Primarschule – Nein Danke!

Der Dachverband der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) fordert zurecht, dass der Fremdsprachenunterricht gemäss den Leitlinien der EDK umgesetzt werden soll. Dass die Primarlehrer dazu besser geschult werden müssen, ist auch richtig. Aus meiner Sicht am besten durch Intensivsprachaufenthalte während den Schulferien – Zeit ist ja da genug.

Ansonsten müsste – so der LCH – die zweite Fremdsprache als Wahlpflichtfach geführt werden. Dies ist klar abzulehnen. Die Begrüdung, gewisse Kinder hätten mit der zweiten Fremdsprache Schwierigkeiten, ist nicht stichhaltig. Auch wenn die Schule allen Kindern dieselbe Ausbildung zuteil kommen lassen sollte, ist eine solche Nivellierung nach unten der falsche Weg. In der heutigen globalisierten Welt sind Sprachkenntnisse insbesondere für Menschen aus der kleinen Schweiz enorm wichtig. Je früher damit begonnen wird, desto besser. Wie ich an meinen eigenen Kindern sehen konnte, lernen diese viel schneller als im Teenageralter; beide haben von diesem Unterricht profitiert. Also nur weil ein paar Kinder mit einem Fach Probleme haben, muss es ja nicht für alle abgeschafft werden.

Die zweite Fremdsprache als Wahlpflichtfach anzubieten, führt ausserdem zu weiteren Problemen: Die Lehrer in den oberen Stufen haben dann plötzlich eine Klasse vor sich, deren Stand bezüglich Fremdsprachen sehr unterschiedlich ist. Ein guter Unterricht für alle wird so verunmöglicht.

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